The world is "ShRinC"-ing. - Die Welt schrumpft.

2009-08-14 14:30 von Torsten Buncher

Comenius-Regio-Projekt des Kreises Lippe

Schulleiter Torsten Buncher, Landrat Friedel Heuwinkel, Museumsleiter Jürgen Scheffler, Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Schulrat Wilfried Starke (von links)
Schulleiter Torsten Buncher, Landrat Friedel Heuwinkel, Museumsleiter Jürgen Scheffler, Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Schulrat Wilfried Starke -von links-

Lemgo. SHrInC (Sharing Ressources for Innovation and Cohesion) ist das englische Kürzel für den englischen Arbeitstitel des Comenius-Regio-Projektes zwischen dem East Riding of Yorkshire und dem Kreis Lippe. "Wir teilen unsere Ressourcen für Erneuerungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt." Dem School Improvement Service und dem Schulamt für den Kreis Lippe stehen dabei weitere Partner zur Seite.

Auf lippischer Seite sind das die Südschule Lemgo und das Städtische Museum Hexenbürgermeisterhaus mit Unterstützung der Lemgoer Partnerschaftsesellschaft. In Yorkshire sind neben zwei Grundschulen der Lemgoer Partnerstadt Beverley ebenfalls die dortige Twinning Association unter Vorsitz der auch in Lemgo bekanten Eva La Pensée und die Universität Hull mit dem William-Wilberforth-Institut beteiligt.

Ziel des Projektes ist es u.a., in den Schulen und Gemeinden die Wahrnehmungen dafür zu schärfen, dass nationale Identitäten, wie wir sie heute verstehen, dadurch zustande gekommen sind, dass sie über die Jahrhunderte hinweg äußerst verschiedene Einflüsse ausgesetzt waren und Menschen aufgenommen haben. Dabei profitierten die Gemeinden von Wanderungsbewegungen, lernten aber auch deren negativen Folgen in Gestalt von Konflikten und Verfolgung kennen. Im Gegensatz zu den Schulen der Stadt Beverley besucht die Lemgoer Schulen und insbesondere die Südschule ein hoher Anteil von Schülern aus Migrantenfamilien. Auf diesem Hintergrund entwickeln Schulen in beiden Regionen eigene Curricula, um zum einen den Erfordernissen der Kinder mit Migrationshintergrund gerecht zu werden und zum anderen, um allen Kindern die Hintergründe für ein Leben in globalen Verschiedenheiten reflektierend vorzubereiten.

Wir alle Leben im "globalen Dorf". Verstärkter globaler Handel, technologischer Austausch, Reisen und Kommunikation mit allen und überall bringen die Notwendigkeit mit für größeren sozialen Zusammenhalt über ethische und sprachliche Grenzen hinaus. Die Welt schrumpft. (Wortspiel mit dem engl. Kürzel des Arbeitstitels: The world is indeed "ShRINC-ing".) Schulrat Wilfried Starke: „In diesem Projekt versammelt sich mit den darin vertretenen Schulen und Institutionen große Fachkenntnis zur Schaffung einer innovativen und aufregenden virtuellen Lernumgebung zu den Themenfeldern Migration, soziale Bindung und Bewusstheit historischer Prozesse in der eigenen Stadt."

Die Schüler der Südschule und der englischen Grundschulen werden einander zu Beginn des Projektes ihre Schule und ihre Stadt per Videokonferenz vorstellen. Dabei sind Fragen nach dem Wohn-, Spiel- und Lernumfeld, den Tagesabläufen zunächst im Vordergrund. Die Kinder werden per Video Wege durch die Stadt zu historischen Bauten und stadtgeschichtlich wichtigen Plätzen dokumentieren.
Jürgen Scheffler, Leiter des Museums Hexenbürgermeisterhaus: "Das bereits vorhandene Museumsprojekt um den historisch verbürgten Kaufmannssohn Bernd Kruwel, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Lemgo Hexenbürgermeisterhaus lebte, können wir nun mithilfe der Fördermittel weiter entwickeln."
Schulleiter Torsten Buncher freut sich, die Reihe der internationalen Projekte der Südschule mit neuen Partnern fortsetzen zu können.

Als eines von nur acht Comenius-Regio-Projekten in NRW wurde das SHrInC-Projekt (Sharing Ressources for Innovation and Cohesion) für die Jahre 2009 - 2011 genehmigt. Der gemeinsam erarbeitete Projektantrag zählte zu den 10 besten in England. In Deutschland gibt es nur 30 Projekte.
Landrat Friedel Heuwinkel: „Die Weiterentwicklung der europäischen Einigung hat auch auf kommunaler Ebene nach wie vor eine hohe Bedeutung." Geplant sind wechselseitige Besuch der am Projekt beteiligten Partnerinstitutionen. Die Lipper machen im November den Anfang.

Bürgermeister Dr. Reiner Austermann betonte: „Gemeinsame Schulprojekte bedeuten nicht nur gemeinsames Arbeiten, sondern führen auch zu einem gegenseitigem Verständnis. Die Intensität der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Lemgo und Beverley gibt davon seit drei Jahrzehnten ein beredtes Beispiel."

Quelle: Lippe-News.de vom 14.08.2009

Zurück

Einen Kommentar schreiben

*
*
Bitte rechnen Sie 2 plus 3.*