Hoch hinaus mit helfenden Händen

2009-12-10 19:00 von Torsten Buncher

An der Lemgoer Karla-Raveh-Gesamtschule werden Jugendliche zu Sporthelfern ausgebildet

Mit Spaß bei der Sache: Die Gesamtschülerinnen Tina Sperling -links- und Malin Trapp im Außendienst in der Grundschule Süd während ihrer Ausbildung zu Sporthelfern. Foto: Stracke
Mit Spaß bei der Sache: Die Gesamtschülerinnen Tina Sperling -links- und Malin Trapp im Außendienst in der Grundschule Süd während ihrer Ausbildung zu Sporthelfern. Foto: Stracke

Tina Sperling und Malin Trapp sind auf dem Weg zu ihrer Unterrichtsstunde. Sie sind selbst noch Schülerinnen – und doch schon mitten im Lehrerstress.


Lemgo. Die beiden Zehntklässlerinnen der Karla-Raveh-Gesamtschule lächeln: "Seit wir unterrichten, wissen wir, wie schwer es Lehrer haben. Aber auch, wenn es anstrengend ist, die Kleinen anzuleiten – es macht viel Spaß." Dieser Spaß kommt ihnen jetzt geballt nach dem Öffnen der Turnhallentür der Grundschule Süd in Gestalt von einem knappen Dutzend aufgeregter Pennäler entgegen gelaufen.


Die Dritt- und Viertklässler haben die 16-Jährigen schon sehnsüchtig erwartet. Der einstündige Unterricht kann beginnen. Das Gesamtschulprojekt trägt den Namen Sporthelferausbildung. Der Außeneinsatz der angehenden Helfer im Grundschulbereich ist einmalig in NRW. Seit sechs Jahren bietet die Gesamtschule ihren Schülerinnen und Schülern der Klassen neun und zehn die vom Landessportbund initiierte Ausbildung im Rahmen des Wahlpflichtfaches Sport und Bewegung an. Zunächst nur in der eigenen Schule; vor drei Jahren ist das Angebot dann auf die Grundschulen Kampstraße, Südschule und Lieme erweitert worden.


Edda Nickel-Stegemann ist Gesamtschullehrerin für Spanisch und Sport und kümmert sich um den Ganztag an der Schule. "Die Ausbildung ist eine wichtige Qualifikation. Das außerschulische Engagement ist gut für das weitere Leben", weiß sie und fügt hinzu: "Wir schicken unsere Schülerinnen und Schüler gerne in den Außendienst. So lernen sie, sich zu organisieren, sich vor Gruppen zu erklären und durchzusetzen." Zurück zum Geschehen in der Halle. Tina Sperling und Malin Trapp sind bestens vorbereitet und dabei, sich durchzubeißen. Hockey mit Schwamm und Schuh steht auf dem Unterrichtsplan. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei. Begleitet wird die Maßnahme von Anja Franz. Die "Bezugserzieherin" vom DRK ist für die Südschule zuständig. "Ein durchweg positives Projekt, das bereichert. Durch den Input von außen bekommen auch wir eine neue Sichtweise auf unsere Kinder. Ein gutes Beispiel dafür, dass das Netzwerk Schule und Verein funktionieren kann", urteilt sie.


Der Sporthelferschein startet mit einem Jahr Theorie, parallel müssen die Schüler in einem Verein hospitieren. In der 10. Klasse geht es in die praktische Phase: ein halbes Jahr schulintern in verschiedene Unterstufen-AGs, das andere Halbjahr in den Außendienst an den Grundschulen. Einmal wöchentlich finden Reflektionsstunden mit Projektleiterin Nickel-Stegemann statt.


Quelle: Lippische Landeszeitung vom 10.12.2009

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