Nachbarschaft Laubke-Pahnsiek

2009-06-13 08:30 von Torsten Buncher

100 Jahre Schulwesen in der Lemgoer Südstadt - Südschule erfreut sich immer wachsender Beliebtheit

Am 01.06.1909 wurde die Laubker Schule am Kleinen Schratweg eingeweiht. Erstmals konnten die Bürger/innen aus der Südstadt hier ihre Kinder zum Unterricht schicken. Passend zu diesem besonderen Jubiläum hatte Markus Klußmeier, Vorsitzender der Nachbarschaft Laubke-Pahnsiek, den Schulleiter der heutigen Südschule, Torsten Buncher, als Referenten in die Monatsversammlung am 05.06.09 geladen. Die Südschule im Wohngebiet Pahnsiek, eine von sieben Grundschulen der Alten Hansestadt Lemgo, ist seit 1976 die Nachfolgerin der alten Schule in der Laubke. Sie erfreut sich heute ständig wachsender Beliebtheit. Die Aufgabe der Schuleinzugsbezirke beschert ihr Dank ihres hervorragenden Rufes, ihrer modernen Unterrichtsmethoden und der umfassenden Betreuung immer mehr Schülerinnen und Schüler auch von weit außerhalb der Südstadt.

Die Laubker-Pahnsieker haben ein besonderes Verhältnis zu ihren Schulen. So wurde bereits die erste Schule mit hohen Eigenmitteln der Bürgerschaft gebaut. Die Eltern und Nachbarn errichteten in den 60er Jahren später in ihrer Nähe Kinderspielplatz und Bolzplatz. Vielleicht hängen deshalb auch noch so viele an dem ehemaligen Schulgebäude in der Laubke. Auch heute gehört es in der Südstadt zum guten Ton sich für seine Schule zu engagieren. Dies trifft für die alteingesessene Bürgerschaft, aber auch für die Neubürger, die in den vergangenen 20 Jahren in die Südstadt zogen, zu. So sind Veranstaltungen in der Schule immer besonders gut besucht. Das galt früher für die Laubker Schule und seit über 30 Jahren für die Südschule. Manchmal ging in der Vergangenheit das Engagement allerdings so weit, dass es der Schulleitung ein Dorn im Auge war. Humorig wies Buncher darauf hin, dass sich eine seiner Vorgängerinnen darüber beklagt hatte, dass der "Bürgermeister der Laubke" (gemeint ist der seinerzeitiger Vorsitzender der Nachbarschaft Laubke-Pahnsiek) Schlüsselgewalt über die ehemalige Laubker Schule hatte.

Vor einem gut gefüllten Gemeinschaftsraum verstand es Buncher kurzweilig einen Bogen zu spannen von der Entwicklung des Schulwesens vor über 100 Jahren bis hin zum heutigen Unterricht am Lehnsland im Pahnsiek. Frühzeitig wurden in der Südstadt reformpädagogische Ansätze verfolgt. Für seine Vorgänger Herta Krüger und Gerhard Wolf hatte Buncher viele lobende Worte. Bei ihrer Errichtung im Jahre 1976 war die Südschule unter baulichen Gesichtspunkten einzigartig in der Republik. Die Ganzholzschule besitzt auch heute nach verschiedenen Sanierungen und Erweiterungen noch einen großzügigen Zuschnitt und große Freiflächen . Aber nicht nur baulich war die Schule ein großer Wurf. Das pädagogische Konzept zeichnete die Schule bereits in den 80er Jahren aus und wird heute kontinuierlich optimiert.


Buncher machte deutlich, dass die Schule und damit alle Schüler/innen vom großen Zustrom der Aussiedlerkinder in den 90er Jahren profitiert haben. Die besondere Förderung des Landes sei neben der erfolgreichen Integration allen zugute gekommen. Kinder, Eltern und Lehrerschaft der Südschule engagieren sich neben dem Unterricht für verschiedene soziale Projekte. Sei es die Sauberkeit in oder um die Schule oder im Wohngebiet; sei es die Patenschaft für ein Kinderheim oder sei es die Hilfe für soziale Projekte in Rumänien oder aktuell in Südafrika. Verschiedene Comenius-Projekte bringen Kontakte mit Kindern in anderen europäischen Ländern. Der im Jahr 2007 eingeführte jahrgangsübergreifende Unterricht der Klassen 1 - 3 mit kooperativen Lernmethoden erfreut sich einer sehr positiven Resonanz bei Kindern und Eltern. Derzeit werden in der gut ausgebauten offenen Ganztagsschule 115 Kinder ganztätig betreut. Für das in zwei Monaten beginnende neue Schuljahr haben bereits die Eltern von 150 Kindern entsprechende Anmeldungen zur Teilnahme am ganztägigen Unterricht ausgesprochen.

Befürchtungen, die Aufgabe der Schuleinzugsbezirke könne zu einer Reduzierung der Schülerzahl führen, haben sich nicht bestätigt, ganz im Gegenteil. Würden nach der alten Regelung im nächsten Schuljahr nur rund 30 Kinder aus dem Bereich der Südstadt die Schule besuchen, werden ab August über 70 Kinder eingeschult. Torsten Buncher hierzu auf Nachfrage: "Die Schule wird offensichtlich gezielt von Eltern ausgewählt". Das Konzept, die Kinder für die Aufgaben in der sich verändernden Welt stark zu machen, geht offensichtlich auf. Vielfältige Auszeichnungen der Südschule, wie das Gütesiegel Individuelle Förderung, machen die hohe Qualität dieser Grundschule deutlich. Als Beispiel sei hier nur das große sportliche Engagement der Südschule genannt. So ist es schon zur Tradition geworden, dass die Schule beim jährlichen Lemgoer Hanselauf immer eine der größten Teilnehmergruppen stellte.

 

Die Laubker und ihre Schule - ein besonderes Verhältnis. Das wurde auch an diesem Abend klar. Obwohl der Vortrag und die Diskussion in ihrer Dauer schon deutlich den gewöhnlichen Rahmen sprengten und keiner nach Hause wollte, musste der Schulleiter der Südschule noch lange viele Einzelfragen beantworten. Vorsitzender Markus Klußmeier dankte abschließend Torsten Buncher für seinen kurzweiligen, immer interessanten Vortrag und wünschte ihm und seiner Schule eine weiterhin so positive Entwicklung.

Quelle: Lippe1.de vom 13.06.2009

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