Vortragsveranstaltung

2008-04-17 20:00 von Torsten Buncher

Fortbestehende frühkindliche Reflexe

Zum Zeitpunkt der Einschulung haben Kinder bestimmte geistige, motorische und soziale Fähigkeiten erlangt, die im Allgemeinen als „Schulfähigkeit" bezeichnet werden. Damit ist gemeint, dass das Kind sich konzentrieren kann, Sprechen und Zuhören beherrscht, eine gewisse Organisationsfähigkeit aufweist, grob- und feinmotorische Geschicklichkeit erworben hat, kontaktfähig ist und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringt. Es gibt aber immer wieder Kinder, die durch motorische Unruhe, Konzentrationsmangel, Sprachschwierigkeiten, Lern- und Verhaltensprobleme, Organisationsmangel u.ä. auffallen, obwohl ihre Intelligenz gut oder sehr gut ausgeprägt ist. Diese Diskrepanz von Denkvermögen und praktischer Umsetzung lässt sich häufig neurophysiologisch erklären:


Um das Neugeborene im Geburtsprozess zu unterstützen und das überleben im ersten Lebensjahr sicher zu stellen, wird der Mensch schon vorgeburtlich mit frühkindlichen Reflexen ausgestattet. Reflexe werden vom Hirnstamm gesteuert und sind stereotype, immer gleich bleibende Reaktionen des Zentralen Nervensystems auf bestimmte Reize. Jeder der frühkindlichen Reflexe ist in der Entwicklung des Zentralnervensystems vorprogrammiert und hat zu einem bestimmten Zeitpunkt in der kindlichen Entwicklung eine spezifische Aufgabe zu erfüllen. Ist dies geschehen, sollte er gehemmt bzw. in eine höhere Gehirnfunktion integriert werden, um die weitere Entwicklung des Zentralnervensystems voranzutreiben.


Das Institut für Neuro-Physiologische Psychologie (INPP) in Chester/England fand unter der Leitung von Dr. Peter Blythe (bis 2001) und Sally Goddard Blythe (seit 2001) heraus, dass über die eigentliche physiologische Waltezeit hinaus fortbestehende Restreaktionen frühkindlicher Reflexe auf eine strukturelle Unreife des Zentralen Nervensystems hinweisen. Strukturelle Unreife des ZNS ist aber keinesfalls mit Intelligenz gleichzusetzen, so dass auch Kinder mit (über-) durchschnittlicher Intelligenz ein unreifes Reflexprofil aufweisen können, welches als mitverantwortlich für Entwicklungsverzögerungen in den Bereichen Bewegung, Wahrnehmung, Verhalten und Lernen anzusehen ist.


Diese Zusammenhänge werden am Beispiel ausgewählter frühkindlicher Reflexe verdeutlicht.
Die Kinesiologin Regina Uthmeier berichtet von ihren Erfahrungen und schlägt Lösungen vor.

 

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