Wenig Elterninteresse an Geldspritze

2007-12-15 20:00 von Torsten Buncher

"Kein Kind ohne Mahlzeit": Förderung aus Düsseldorf nicht so üppig wie gehofft

Lemgo (tis). Statt erwarteter 140 haben lediglich 60 Eltern aus Lemgo einen Antrag auf Zuschüsse aus dem Landesprogramm "Kein Kind ohne Mahlzeit" für die Mittagessen in der Offenen Ganztagsschule (OGS) gestellt. Die Sponsoren der Essenspatenschaften werden damit nicht so stark entlastet wie erhofft.


Wie berichtet hatte die Landesregierung für bedürftige Familien 1 Euro pro Essen in Aussicht gestellt, sofern die Stadt 50 Cent dazu gibt. Damit hätte sich die Eigenleistung für Eltern auf 1 Euro pro Mittagstisch reduziert. Dass nun weniger als die Hälfte des von der Verwaltung erwarteten Geldes nach Lemgo fließt, kommentierten gestern Martina Klein vom OGS-Träger DRK und Torsten Buncher als Sprecher der Grundschulen ernüchtert.
"Der Landesfonds ist da, aber er greift noch nicht", zog Buncher Bilanz. Klein begründete dies: "Das Prozedere war kurzfristig und schwierig. Daher haben wir nicht alle hinreichend informieren können." Bitter ist dies für das DRK, die Arbeiterwohlfahrt, den Kinderschutzbund, die Mariengemeinde und Privatspender, die sich an den Essenspatenschaften beteiligen.

Denn je mehr Geld aus dem Landesfonds fließe, desto mehr bliebe für die Zusatz-Hilfe vor Ort. "Wir könnten sicher noch mehr Familien helfen als bisher", räumte Buncher, Leiter der Südschule, zusätzlichen Bedarf ein. Dass die Eltern zögerlich auf das Angebot aus Düsseldorf reagierten, habe verschiedene Gründe. Zum einen bestehe mit den Essenspatenschaften eine Hilfe, die unbürokratisch und im diskreten Gespräch mit den Schulleitern verabredet werde. "Es ist etwas anderes, einen offiziellen Antrag auszufüllen", so Buncher. "Ich kenne Familien, die ALG II beziehen und zur ,Tafel' gehen, aber das Mittagessen aus Stolz selbst bezahlen." Eine große Rolle habe auch die kurze Frist gespielt - die Beteiligten hätten für Gespräche mit den betreffenden Familien nur die Herbstferien gehabt. Hoffnung haben Buncher und Klein für die nächste Antragsrunde. Dann habe man genug Zeit, Eltern zur Teilnahme zu bewegen. Bis dahin seien Spenden entscheidend. "Fatalerweise verzeichnen wir einen Rückgang", so Klein. Gemeinsam mit Buncher appelliert sie, weiter zu helfen, da viele Familien selbst den reduzierten Beitrag nicht aufbringen könnten.


Quelle: Lippische Landeszeitung vom 15.12.2007

 

 

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