Grundverständnis

 

1. Allgemeines

 

Die OGS der Südschule besteht seit dem Schuljahr 2005/2006. Eine Besonderheit ist die Rhythmisierung der Ganztagsklassen, in denen die meisten Kinder im Offenen Ganztag angemeldet sind. 

Die Öffnungszeiten der OGS sind morgens zwischen 7.00 Uhr bis 8.30 Uhr vor dem Unterricht und ab 12.15 Uhr bis 15 Uhr bzw.16.00 Uhr (freitags nur 15 Uhr). Feste Dienstpläne strukturieren unsere Tagesabläufe. Im Übergabebuch werden tagesaktuelle Dinge und Besonderheiten festgehalten.

Einige wenige Kinder besuchen die Verlässliche Grundschule (VG) und ca. 140 Kinder die Offene Ganztagsschule (OGS). Die VG umfasst die Öffnungszeiten vor der Schule und von 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr. Die OGS – Verträge umfassen die komplette Öffnungszeit. Träger der OGS der Südschule ist das Deutsche Rote Kreuz.

In den Ferien werden die Kinder aller Lemgoer OGS – Schulen gemeinsam in einer Schule betreut. Betreut werden grundsätzlich die erste Woche in den Herbstferien, die Januartage in den Weihnachtsferien, die erste Woche in den Osterferien und die letzten fünfzehn Werktage in den Sommerferien, sowie alle beweglichen Ferientage. Hierfür wird jeweils eine Bedarfsabfrage durchgeführt.

Die Kinder nehmen jeden Tag bis zum Ende an der OGS teil. Ausnahmen wie Geburtstage, Musikschule oder Sportvereine sind möglich, müssen aber von den Eltern vorher schriftlich angekündigt werden.

 

2. Ziele

 

Die Ganztagsschule ist für die Kinder ein Lebensort. Ein Ort des Lernens, der Förderung und des Spielens. Die Strukturen des Vormittags werden den ganzen Tag beibehalten. Es gibt eine permanente Jahrgangsmischung ohne Zwangseinteilung auf bestimmte Gruppenräume.

Die Kinder verbringen in der OGS bis zu neun Stunden täglich. Darum ist es besonders wichtig ihnen einen rhythmisierten Tagesablauf zu bieten, der zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Struktur und Freiraum, zwischen verplanter und freier Zeit abwechselt. Im Vordergrund stehen dabei die Förderung der Lernkompetenz und der Sozialkompetenz in möglichst vielen Bereichen. Dies geschieht nicht nur in den Lernzeiten, sondern auch während der gemeinsamen Mahlzeiten, der selbstbestimmten Aktivitäten und durch die große Auswahl an Thematischen Angeboten.

Der Ganztag soll für die Kinder vielfältige Räume und Gelegenheiten schaffen, damit sie sich wohl fühlen und positiv entwickeln können. Klare Strukturen und Regeln bieten den Kindern Orientierung und Stabilität. Die Kinder sollen Selbstvertrauen gewinnen, größere Selbstständigkeit erlangen und ihre eigenen Stärken kennen lernen.

Die Erzieherinnen wollen den Kindern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, ihnen Zuwendung geben und als Personen gelten, die die Kinder ins Vertrauen ziehen können. Dieses Vertrauen erreichen die Erzieherinnen, in dem sie auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sich ihrer Sorgen und Nöte annehmen. Die Erzieherinnen sehen sich als konstruktive Unterstützung und Begleitung der Kinder auf einem Teil ihres Lebensweges.

 

3. Tagesablauf

 

Der Tagesablauf orientiert sich an festen zeitlichen Eckpunkten wie Unterrichtsschluss, Mittagessen, Lernzeiten und der Angebotsphase. Diese vier Punkte sind zeitlich nicht verschiebbar. Jedes Kind hat einen individuellen zeitlichen Wochenplan. Die Zwischenzeiten sollen so individuell und frei gestaltet werden wie möglich.

Ein "normaler" Tagesablauf sieht wie folgt aus:

  • Start in der OGS
  • Unterricht
  • Thematische Angebote im Vormittag
  • Unterricht
  • Mittagessen
  • Freie Zeit
  • Unterricht oder Lernzeit
  • Erste Abholzeit
  • Freie Zeit oder Thematische Angebote

 

Die OGS-Stunden

 

Die Kinder aus den Ganztagsklassen, haben an drei Tagen in der Woche einen rhythmisierten Schultag. Der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung wird erreicht, indem die Kinder bereits am Vormittag ein thematisches Angebot und dafür an zwei Nachmittagen noch eine Stunde Unterricht haben.

 

Mittagessen

 

Das Mittagessen ist mehr als nur die Versorgung mit Nahrung. Die Ganztagsklassen essen im Klassenverband in ihren Klassenräumen.

Beim Mittagessen wollen wir bewusst eine „familiäre“ Situation gestalten, in der sich die Kinder wohl fühlen. Wir wollen den Kinder Tischsitten und gute Manieren vermitteln. Wir legen Wert darauf, dass jedes Kind lernt mit Messer und Gabel zu essen. Genauso wichtig sind uns ein gemeinsamer Anfang und eine kurze Ruhesequenz zu Beginn.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist selbstverständlich. Das Mittagessen wird von einem Caterer geliefert, der die Menüs nach neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen und in Absprachen mit den Kindern zusammengestellt. Teilweise sorgen die OGS - Kinder selbst für einen Nachtisch oder Rohkost mit Dips.

Das Mittagessen bietet die Möglichkeit intensiv miteinander zu kommunizieren. Die Erzieherinnen setzen sich nach dem Austeilen des Essens bewusst zu den Kindern und essen mit ihnen gemeinsam, um von den Kindern zu erfahren wie ihr Vormittag verlaufen ist. Tischgespräche sind klar erwünscht. Bis zum Mittagessen haben die Kinder schon viel erlebt, was mitgeteilt werden muss. Erste Pläne für den Nachmittag werden geschmiedet und Absprachen getroffen.

Nach dem Essen ermöglichen wir es den Kindern noch zu spielen bevor es zu den Lernzeiten oder in den Unterricht geht.

 

Lernzeiten

 

Die Lernzeiten finden immer nach dem Mittagessen und einer Spielpause statt. Die Kinder gehen zum Lernen in ihre Klasse und werden dabei von einer Erzieherin begleitet. Die Lernzeitenstunde wird in der Regel als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden. Selbstverständlich stehen die Erzieherinnen und LehrerInnen den Kindern auch mit Erklärungen zur Seite.

Die Unterstützung der Erzieherinnen erfolgt im Wesentlichen durch die Schaffung positiver struktureller Bedingungen. Die Arbeitsphase ist eine ruhige Phase mit klaren Regeln. Unterhaltungen zwischen den Kindern sind durchaus erwünscht, wenn sie fachbezogen sind.

Die Kinder arbeiten in der Lernzeit dort weiter, wo sie am Vormittag geendet haben. Es gibt klare Zeitkontingente, die gearbeitet werden müssen (1-2 Klasse 30 min., 3-4 Klasse 45 min.). Auch hier fungieren die Erzieher als Begleiter. Ziel ist es den Kindern auch am Nachmittag den Zugang zu allen Materialien zu ermöglichen. Treten Probleme auf, die nicht sofort geklärt werden können, bekommen die Lehrer durch Notizen oder persönliche Gespräche ein schnelles Feedback.

Lernzeiten sind nicht klassische Hausaufgabenzeiten. In einem individualisiert verstandenem Unterricht kann es gleiche „Hausaufgaben“ für alle gar nicht geben. Lernzeiten dienen dazu, das eigene Lernen zu vertiefen. Zusätzliche Hausaufgaben für Ganztagskinder verbieten sich.

 

Selbstbestimmte Aktivitäten

 

Zu den selbstbestimmten Aktivitäten zählen alle Freispielsituationen. Nach dem Mittagessen, nach der Lernzeit, vor oder nach den Thematischen Angeboten.

Selbstbestimmte Aktivitäten sind für die Kinder von großer Wichtigkeit. Sie haben die Möglichkeit selbst zu entscheiden mit wem sie was und wo machen wollen, wie sie ihre Freizeit gestalten. Es ist die Zeit für den Rückzug aus der großen Gruppe oder für den Wechsel zu einem anderen Freundeskreis außerhalb der Klassengemeinschaft. Um sich zu erholen /entspannen benötigen die Kinder individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und nicht ausschließlich vorbestimmte Inhalte.

Der Bedarf nach Freiräumen für Rückzug und Entspannung ist groß. Dem haben wir durch die thematische Gestaltung der Räume Rechnung getragen. Wir verfügen über einen Ruheraum, einen Raum für Gesellschaftsspiele und Baumöglichkeiten, einen Bastelraum und einen Spieleraum, der immer wieder neu gestaltet werden kann für besondere Aktivitäten. 

 

Thematische Angebote/Projektarbeit

 

Die Angebote werden zum Teil von externen Referenten durchgeführt, aber auch von den Lehrkräften und den Erzieherinnen selbst. Von Montag bis Donnerstag finden in der Zeit von 15.00 bis 16.00 Uhr freiwillige, wechselndeThematische Angebote (TA) statt.

Die Thematischen Angebote sollen den Kindern die Möglichkeit geben ihren Lieblingsbeschäftigungen auch in der OGS nach zu gehen, ihre Stärken weiter auszubauen und ihr Wissen an andere weiterzugeben. Bei der Auswahl und Gestaltung der Angebote geht es aber nicht nur um die Förderung und Forderung der Kinder, sondern auch um die Beachtung der unterschiedlichen Bedürfnisse des Einzelnen.

Die Kinder haben in den TA die Chance sich auf neuen Gebieten zu erproben, neues zu Erlernen und von Erfahrungen anderer zu profitieren.

Die Themenpalette der TA ist sehr vielfältig, um den verschiedensten Interessen der Kinder gerecht zu werden. Die Angebote umfassen grundsätzlich die Bereiche Sport bzw. Motorik-, Wahrnehmungs- und bewegungsförderung, Kreative Techniken, Musik und Kultur.

 

Ferienbetreuung

 

In den OGSen gilt seit dem 01.01.2011 die folgende Ferienregelung:

  • [Herbstferien: Betreuungin der ersten Woche                                                                                                                     Herbstferien: die zweite Woche ist kostenpflichtig zubuchbar
  • Weihnachtsferien: Betreuung ab dem neuen Jahr
  • Osterferien: Betreuung in der ersten Woche
  • Sommerferien: Betreuung während der letzten 15 Ferientage
  • alle Bewegliche Ferientage werden betreut

OGS-ABC

A- Anmeldungen erfolgen über das Schulbüro

B- Betreuung ist nicht unser Anliegen, sondern zusätzlich pädagogische Angebote zu machen

C - Cafés gibt es in loser Folge. Schauen Sie auf der Terminseite nach und beachten Sie die Aushänge.

D- Dauer des Vertrages ist immer das Schuljahr. Die Anmeldung wird stillschweigend verlängert

E-  Eltern sind uns als Partner immer willkommen  

F-  Französisch und andere Sprachen werden immer wieder angeboten 

G- Ganztag ist ein Motor der schulischen Entwicklung der Südschule

H- Hausaufgaben heißen heute Lernzeiten und sind zeitlich kontingentiert

I-  Inklusiv die Schule gestalten heißt, alle Kinder willkommen zu heißen und sie zu unterstützen

J- Jungs und Mädchen haben jeweils eigene Angebote

K- Kollegiumsgröße an der Südschule um die 40 

L- Lernzeiten täglich 30 bzw. 45 Minuten, für Ganztagsklassen an zwei Tagen in der Woche

M- Menüausschuss der Kinder, der im Wechsel mit zwei anderen Schulen für jede dritte Woche das Menü festlegt.

N- nachmittägliche Unterrichtsstunden in jeder Ganztagsklasse gibt es zwei jede Woche

O- OGS-Stunden vormittags in jeder Ganztagsklasse entsprechen dem Nachmittagsunterricht

P- Plus bezeichnet zusätzliche (sozial-) pädagogische Angebote für Kinder in der OGS

Q- Qualität ist unser Ziel in Beratung, Angeboten

R- Raum für die OGS ist die gesamte Schule

S- Südschule - offene für alle

T- Träger der OGS ist das DRK Lippe e.V.

U- Unterrichtszeiten 7.40h - 8.45h, 9.40h - 10.25h, 10.30h - 11.15h, 11.30h - 12.15h, 12.20h - 13.05h, 14.00h - 14.45h

V- Verlässliche Grundschule? Melden Sie Ihr Kind für die Zeit von 07.00 h bis 13.05 h an

W- Welttag des Buches ist ein wiederkehrendes Event, Größere lesen Kleineren vor

X- Xylophone und andere Musikinstrumente werden in der Musical-AG eingesetzt

Y- why not Ganztag?

Z- Zusammen gelingt es am besten! Schule und Ganztag sind bei uns zusammen gewachsen

Literaturhinweise

Literaturauswahl zum Ganztag:

 

  • Becker, Dr. Helle: "Mit- und Selbstbesimmung im Ganztag" in: Dr. Helle Becker (Hrsg.) Partizipation von Schülerinnen und Schülern im Ganztag, Der GanzTag in NRW. Beiträge zur Qualitätsentwicklung, 10. Jahrgang 2013, Heft 27, S. 75f
  • Buncher, Torsten: "10 Jahre OGS in NRW – Motor der Entwicklung an der Südschule Lemgo" in: Der GanzTag in NRW. Beiträge zur Qualitätsentwicklung, 9. Jahrgang 2013, Heft 26, (in Vorbereitung)
  • Kunthoff, Britta: "Lernen statt schnell noch abschreiben", http://www.ganztaegig-lernen.de/lernen-statt-schnell-noch-abschreiben, Mai 2013
  • Lüke, Stephan: "Von Hausaufgaben zu Lernzeiten" in http://www.ganztagsschulen.org/de/2238.php, 30.10.12
  • "Von Hausaufgaben zu Lernzeiten" in http://www.ganztagsschulen.org/de/2238.php, 30.10.12
  • Buncher, Torsten: " Von Hausaufgaben zu Lernzeiten - Südschule Lemgo 2005-2011" in: Stefan Appel, Ulrich Rother (Hrsg.) "Jahrbuch Ganztagsschule Schulatmospäre - Lernlandschaft - Lebenswelt", Schwalbach/Ts. 2012, S. 112-121
  • Buncher, Torsten: "Bewegte Rhythmisierung des Ganztags – am Beispiel der Südschule Lemgo" in: Der GanzTag in NRW. Beiträge zur Qualitätsentwicklung, 7. Jahrgang 2011, Heft 21, S. 28-32
  • Buncher, Torsten: „Jedes Kind lernt anders - individuelle Förderung mit Ganztagsklassen an der Südschule Lemgo“, in: Dr. Joachim Schulze-Bergmann, Dr. Hermann Vortmann (Hrsg.): „Praxis der Ganztagsbetreuung an Schulen, Band 2, Forum Verlag, Merching, Januar 2010, Kapitel 8/2.6
  • http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/Ganztagsklasse-unterm-Regenbogen-id464293.html
  • "Qualität macht attraktiv“ http://www.ganztagsschulen.org/de/3412.php 
  • Institut für soziale Arbeit (ISA), Münster, Newsletter 2/2007 

Zahlreiche Presseberichte u.a. in:

  • Lippische Landeszeitung
  • Lippische Wochenschau
  • Lippe Aktuell
  • Lippe-News.de
  • Lippe1.de

 

Filme:

  • „Offene Ganztagsschule“ im WDR, Lokalzeit OWL, 07.-10.05.2007, mit Schwerpunkt am 08.05.2007