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Jahrgangsübergreifend Lernen in „Lernhäusern“

Alle Kinder lernen an der Südschule in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen. Eine jahrgangsgemischte Klasse 1/2  bildet mit einer jahrgangsgemischten Klasse 3/4 eine Lerngemeinschaft – das sogenannte „Lernhaus“-, damit sich Kinder und Erwachsene innerhalb der beiden Klassen gut kennen,  Beziehungen gefestigt werden und die Übergänge reibungsloser sind.

Warum Jahrgangsmischung?

Die Jahrgangsmischung ist ein bewährtes Instrument, um das soziale Miteinander und die Selbstkompetenz zu stärken. Durch das Lernen voneinander und miteinander in unterschiedlichen Altersstufen werden soziale Kompetenzen und das demokratische Handeln gefördert. Die unterschiedlichen Leistungsstände der Kinder sind Grundlage der Konzeption des Unterrichts – unser Unterricht geht nicht davon aus, dass alle Kinder gleich stark im Lernen sind. Der Unterricht ist auf individuelle Förderung auf dem jeweils möglichen Niveau angepasst; die Kinder werden auf ihrem Lernniveau herausgefordert und erleben sich nicht überfordert oder unterfordert. Das entspricht deutlich dem Lehrplan Grundschule und vor allem dem wichtigsten Grundsatz des Schulgesetzes NRW.

Die Jahrgangsmischung hat sich insbesondere für die individuelle Förderung unterschiedlich begabter Kinder und für das soziale Miteinander aus unserer Erfahrung bewährt, das bestätigen auch die externen Qualitätsprüfungen. 

Das Konzept der Lernhäuser

Immer zwei Klassen, davon eine jahrgangsgemischt 1/ 2 und eine weitere mit der Mischung 3/4 bilden ein sogenanntes „Lernhaus“. Drei Lehrkräfte sowie weitere pädagogische Mitarbeiter*innen sollen diesem Lernhaus zur Verfügung stehen: je eine Lehrkraft übernimmt die Klassenleitung einer 1/2 oder 3/4. Wechselseitig übernehmen die beiden Lehrkräfte Fachunterricht in den Klassen, so dass sie alle Kinder des Lernhauses gut kennen. Eine weitere Lehrkraft ist für die Förderung (auch sonderpädagogische) in dem Lernhaus zuständig. Weitere pädagogische Mitarbeiter*innen unterstützen einzelne Kinder oder Lehrkräfte bei ihren Aufgaben. Dieses System schafft eine tragfähige Beziehungskultur; die Bindung zwischen Pädagogen und Kindern wird gestärkt. Die Anzahl der Personen, mit denen ein Kind in der Schule zu tun hat, ist dadurch übersichtlich und transparent, die Übergänge werden reibungsloser. Eine hohe Fachlichkeit wird durch das Fachlehrersystem intensiviert.

Für Kinder schafft das System Sicherheit und Vorhersehbarkeit, weil sie über vier Jahre von denselben Lehrkräften begleitet werden: ihre Klassenlehrerin oder ihren Klassenlehrer der Klasse 3/4 haben sie bereits (im Idealfall) zwei Jahre kennengelernt haben.

Innerhalb des Lernhauses werden die Klassen 1/2 und 3/4 entsprechend der Richtlinien und Lehrpläne individuell gefördert und bekommen Fachunterricht nach Stundentafel. In einzelnen Projekten, bei Ausflügen oder im Morgenkreis gibt es zudem die Möglichkeit als Lernhaus gemeinsam mit allen Kindern zu arbeiten- und zwar immer dann, wenn die Jahrgangsmischung besonders vorteilhaft für das Lernen der Kinder ist und die Unterschiedlichkeit der Kinder den Lernprozess besonders bereichert.

Der Vorteil von Lernhäusern für das Lernen der Kinder:

  • stabilere Personen-Kind-Beziehung
  • Mehr Transparenz und Sicherheit durch die Zugehörigkeit zu einer Lerngruppe über 4 Jahre
  • hohe soziale Kompetenz und individuelle Förderung auf dem Niveau des Kindes
  • Betonung der Fachlichkeit: Fachkraft begleitet die Kinder über 4 Jahre und unterrichtet Jahrgangsstufe 1/2 und 3/4  
  • soziales Lernen im Lernhaus zwischen Kindern aller Altersstufen möglich